Verwandle Vorhaben in Taten

Ich habe viele Ideen. Sehr viele. Ich liebe es zu kreieren. Lösungen zu finden. Möglichkeiten zu sehen. Welten zu erschaffen und Räume zu öffnen, die vorher noch nicht da waren. Das ist eine meiner größten und liebsten Fähigkeiten. Und manchmal mein größter Mental Overload. 😄

Denn nur weil ich etwas sehen kann, bedeutet es noch lange nicht, dass ich es auch jetzt umsetzen muss. Eine der größten Veränderungen durch BaZi Suanming war für mich deshalb gar nicht, plötzlich noch mehr über mich zu wissen. Es war die Erkenntnis: Ich darf meiner eigenen Zeit vertrauen.

Chinesische Astrologie ist für mich keine Anleitung, wann ich erfolgreich sein darf.

BaZi Suanming wird häufig der chinesischen Astrologie zugeordnet. Wer nach einem chinesischen Horoskop sucht, kennt vielleicht sein chinesisches Tierkreiszeichen – Drache, Schlange, Pferd, Ziege und all die anderen. BaZi geht für mich sehr viel tiefer. Wir betrachten Jahr, Monat, Tag und Stunde der Geburt, die Beziehungen der Elemente untereinander und die unterschiedlichen Lebensphasen, durch die ein Mensch geht. Und genau das hat meinen Blick auf Entwicklung verändert.

Denn mein BaZi hat mir nicht gesagt:

Juli, hier ist der perfekte Plan. Arbeite ihn ab.

Es hat mir gezeigt, warum manche Dinge für mich so selbstverständlich sind und andere mich mein ganzes Leben herausfordern. Zum Beispiel Geduld. Dingen Zeit zu geben. Etwas nicht sofort umsetzen, nur weil ich bereits sehen kann, was daraus werden könnte. Für einen Menschen wie mich ist das eine Kunst. 😄

Und irgendwann habe ich verstanden: Dass ich etwas schnell erfassen kann, bedeutet nicht, dass seine Entstehung genauso schnell geschehen muss. Das war eine riesige Entspannung.

Alles hat seine Zeit.

Mit meiner aktuellen Lebensphase kam in meinem BaZi ein Element hinzu, das ich in meiner ursprünglichen Konstellation nicht habe. Und ich konnte die Veränderung tatsächlich beobachten. Da kam Ruhe hinein. Auch in mein Business. Ich hatte vorher viel ausprobiert, erweitert, wieder etwas Neues gesehen und den nächsten Weg entdeckt. Heute kann ich viel leichter sagen: Okay. Dafür entscheide ich mich jetzt. Und diesen Weg gehe ich. Auch langsam.

Ich habe mir erlaubt zu lernen. Dinge auszuprobieren. Begleitungen zu buchen und anschließend festzustellen: So, wie diese Person arbeitet, möchte ich es überhaupt nicht machen. Und das war wertvoll. Denn manchmal erkennen wir das Eigene darüber, dass wir etwas anderes erleben und plötzlich sehr klar spüren: Das bin ich nicht. Das ist Entwicklung.

Vielleicht bist Du gar nicht zu spät.

Ich glaube, wir haben teilweise vollkommen absurde Vorstellungen davon entwickelt, wann ein Leben fertig zu sein hat. Mit zwanzig am besten Abitur, Studium, Auslandserfahrung und mehrere Sprachen. Beruflich bitte schon ambitioniert. Familie irgendwann auch, aber bitte zum gesellschaftlich optimalen Zeitpunkt. Karriere. Geld. Persönlich entwickelt wäre ebenfalls schön. Und irgendwo dazwischen sollen wir herausfinden, wer wir eigentlich sind. BaZi hat mir eine andere Perspektive geschenkt:

Jeder Mensch hat seine eigene Zeit.

Es gibt Phasen, die etwas in uns nach vorne holen. Andere fordern uns heraus. Manche sind hervorragend dafür geeignet, etwas aufzubauen. In anderen verändert sich unsere Perspektive, unser Fokus oder die Art, wie wir uns durch unser Leben bewegen. Wir müssen nicht alle demselben Zeitplan hinterherlaufen. Und wir müssen vor allem nicht gegen unsere eigene Natur arbeiten, um beweisen zu können, dass wir mithalten.

Was ist wirklich meins?

Das ist wahrscheinlich das größte Geschenk, das mir BaZi gemacht hat. Nicht irgendeine Vorhersage über meine Zukunft. Die Anerkennung meiner Natur. Ich habe Seiten an mir, für die ich mich früher verurteilt habe. Eigenschaften, von denen ich dachte, ich müsste sie verändern, weil andere Menschen scheinbar anders funktionieren. Und dann sehe ich mein Chart: Ich sehe meine Fähigkeit, Energien wahrzunehmen. Menschen und Räume zu lesen. Dinge zu spüren und in Worte zu übersetzen, über die vorher niemand gesprochen hat. Ich sehe meine Freude daran, Welten zu erschaffen. Ich sehe Gegensätze in mir, die ich früher versucht habe aufzulösen. Und plötzlich muss ich mich dafür nicht mehr korrigieren. Ich kann sagen: Das bin ich.

Das bedeutet nicht, dass BaZi mir vorschreibt, was ich tun soll. Für mich tut es etwas viel Wertvolleres: Es hilft mir zu erkennen, welche meiner vielen Möglichkeiten tatsächlich meine sind. Und daraus entsteht Fokus. Nicht der Fokus, bei dem ich mich zwinge, Scheuklappen aufzusetzen und einen Plan abzuarbeiten. Sondern der Fokus, der daraus entsteht, dass ich nicht mehr jeder Möglichkeit hinterherlaufen muss. Ich darf auswählen. Ich darf Dingen Zeit geben. Ich darf meine eigene Geschwindigkeit haben. Und ich darf darauf vertrauen, dass meine Konstellation nicht zufällig so ist, wie sie ist, denn vielleicht besteht unsere größte Aufgabe gar nicht darin, uns so lange zu optimieren, bis wir endlich in die vorhandenen Formen passen. Vielleicht dürfen wir unsere eigene Form erkennen. Sie feiern. Und dann den Mut entwickeln, sie tatsächlich zu leben.

Zurück
Zurück

Kleine Schritte bewirken große Veränderungen

Weiter
Weiter

Schaffe Raum für Wachstum